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Pädagogischer Schwerpunkt

Über den Begriff „Soziale Kompetenz“ gibt es viele unterschiedliche Aussagen. Für die einen bedeutet er Zuständigkeit oder Berechtigung, für die anderen Können oder Fähigkeit.

Die exakte – wissenschaftliche- Definition des Begriffes sollte deshalb im pädagogischen Alltag keine Rolle spielen, sondern eher die praktische Umsetzung, bei der Soziale Kompetenz in Verbindung mit dem Erreichen sogenannter Schlüsselkompetenzen eine wichtige Rolle spielt.

Sozial kompetente Kinder sind in der Lage eigene Gefühle wahrzunehmen, zu unterscheiden und diese zu benennen. Sie können sich Gehör verschaffen, aber auch zuhören, verstehen verbale wie nonverbale Zeichen. Sie haben das Bewusstsein: Das Verhalten eines Menschen hat Auswirkungen auf andere, sozial kompetente Kinder übernehmen Verantwortung für ihr Tun.

Wichtig ist das „ganze“ Kind in seiner gesamten Entwicklung zu fördern, zu unterstützen und stark zu machen. Es gibt auch keine Altersgrenze um Kompetenzziele zu erreichen, die soziale Entwicklung ist ein steter Prozess der in jedem Alter unterschiedliche Herausforderungen an das Kind stellt und unter Umständen auch beim Erwachsenen noch nicht abgeschlossen ist.

Dennoch sind das Erlangen von Kompetenzen, die zur Bildung der Sozialen Kompetenz insgesamt führen, aus unserer Sicht die Meilensteine in der Entwicklung eines Kindes, in unserer Einrichtung bis zum Erreichen der Schulreife. Genau bei diesem „Etappenziel“ begleiten wir die Kinder. Es geht dabei weniger um das Erlangen von Fertigkeiten, sondern um die Fähigkeiten die das Kind im Laufe der Jahre in verschiedenen altersgerechten Stufen entwickelt.

Zunächst wollen wir das anhand einiger Beispiele aus dem pädagogischen Alltag verdeutlichen:

Beispiele für soziales Lernen im Bereich der „Unter 3-jährigen“

Die Kinder im Alter von 0 – 3 Jahren sind erst auf dem Weg zur Sozialkompetenz. Ein Kleinkind weiß noch nicht, wie sich sein Gegenüber fühlt und denkt. Es hat genug damit zu tun, sich selbst zu erkennen und auszuprägen.

In der ersten Zeit versucht es, die Welt kennenzulernen und das kann es nur, indem es so tut, als gehörte sie ihm allein. Für ein Kind sind alle Eindrücke der Welt neu, wie z.B. der Wind und der Regen. Am Anfang seines Lebens kann der kleine Mensch solche Sensationen nicht einfach nur ansehen und in seinem Gehirn speichern: Das Kind muss sie erleben, sich zu Eigen machen – besitzen. Nach der ganzen Welt muss das Kind greifen, um sie zu begreifen!

Ein Kind muss sich erst einmal in der Welt einrichten, es hat noch keinen Begriff für das „Du“, geschweige denn für das Teilen mit anderen. Erst allmählich, durch die Reaktionen seiner Mitmenschen, lernt es, sich sozial zu verhalten. Am besten lernt es das ganze ohne unsere Kommentare und Drängeleien, denn es wird geprägt durch sein Umfeld – mehr als durch verbale Beeinflussungsversuche.

Kindliche Konzepte von Freundschaft sind anders als die von Erwachsenen. Bis zum vollendeten dritten Lebensjahr handelt es sich bei Freundschaften um spontane, kurzfristige Beziehungen. Oft umfassen sie nur eine Spielsequenz oder einen Vormittag im Kindergarten: Freundschaft existiert für sie im Hier und Jetzt – im Augenblick. Ein Freund ist jemand, mit dem ein Kind gerade gut spielen kann und der die eigenen Bedürfnisse nicht einschränkt.

Beispiele für soziales Lernen bei Kindern von 3 – 6 Jahren

Bei Kindern über drei Jahren, also ab dem Eintritt in die „Kindergartengruppe“ wird die soziale Entwicklung differenzierter. In dieser Gruppengemeinschaft erfahren die Kinder, dass das Zusammenleben in einer großen Gruppe eigene Regeln und Gesetzmäßigkeiten kennt. Sie erfahren, wie Regeln gemeinsam festgelegt werden können. Sie erleben verschiedene Formen des Umgangs mit Verstößen gegen die geltenden Regeln. Die wachsende Fähigkeit, andere Perspektiven zu übernehmen, hilft ihnen, eigene Gesichtspunkte mit denjenigen anderer Kinder zu koordinieren. Allmählich bringen sie ihre Interessen mit denjenigen der anderen in Einklang. Bei Interessenskollisionen lernen sie, zunehmend konstruktive Formen der Konfliktlösung einzusetzen.

Sie erfahren, die Gemeinsamkeiten ihrer individuellen Erlebnisse, die als Grundlage des gemeinsamen Spiels notwendig sind. Beim Spielen und Lernen erweitern sie ihre Vorstellungen über andere Kulturen und Einstellungen. Sie erfahren, dass diskriminierende Handlungen – sei es auf Grund des Geschlechts, der sozialen Herkunft, der Religion oder der Rasse – abzulehnen sind. Sie erleben, dass Benachteiligten mit Engagement und Solidarität begegnet werden kann.

Soziale Kompetenz wirkt auf alle Lebensbereiche: Gesundheit, Lernen, Verhalten und Beziehungen. Sozial kompetente Kinder sind: